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Überführung
Was ist das?
Eine Überführung meint die Abholung des Toten vom Sterbeort sowie die Fahrt zum Krematorium beziehungsweise zum Friedhof. Bevor der Bestatter den Verstorbenen abholt, muss ein Arzt den Tod eindeutig feststellen und einen Totenschein ausstellen. Bei einem Sterbefall in der eigenen Wohnung sollten Sie daher erst einen Arzt rufen, bevor Sie ein Bestattungsunternehmen beauftragen, welches die Überführung übernimmt. Angehörigen ist es nicht gestattet, den Toten zu überführen. Laut den Bestattungsgesetzen der Länder sind Verstorbene im Bestattungswagen ohne vermeidbare Umwege oder Unterbrechungen zu überführen.

Fristen
Wann muss der Verstorbene überführt werden?
Je nach Bundesland haben Sie nach dem Sterbefall zwischen 24 und 36 Stunden Zeit, ehe die Überführung durchgeführt sein muss. Eine Ausnahme bildet das Bundesland Thüringen, hier haben die Angehörigen 48 Stunden Zeit. Bayern und Bremen machen hingegen keine zeitlichen Angaben in den Bestattungsgesetzen.
Bundesland | Frist für die Überführung |
Baden-Württemberg | 36 Stunden |
Bayern | - * |
Berlin | 36 Stunden |
Brandenburg | 24 Stunden |
Bremen | - * |
Hamburg | 36 Stunden |
Hessen | 36 Stunden |
Mecklenburg-Vorpommern | 36 Stunden |
Niedersachsen | 36 Stunden |
Nordrhein-Westfalen | 36 Stunden |
Rheinland-Pfalz | 36 Stunden |
Saarland | 36 Stunden |
Sachsen | 24 Stunden |
Sachsen-Anhalt | 36 Stunden |
Schleswig-Holstein | 36 Stunden |
Thüringen | 48 Stunden |
* Keine genaue Frist - eine Überführung soll dennoch zeitnah durchgeführt werden.
Quelle: Bestattungsgesetze der Bundesländer, Stand 02/16
Ablauf
Wie läuft eine Überführung ab?
Die erste Überführung findet im Regelfall vom Sterbeort zum Bestattungsunternehmen statt, wo der Verstorbene anschließend hygienisch versorgt und gekühlt werden kann. Wenn Sie eine Trauerfeier mit Aufbahrung des Verstorbenen wünschen, wird der Tote je nach Ort der Aufbahrung ein zweites Mal überführt, beispielsweise zu einer Kirche oder zur Friedhofskapelle. Viele Bestatter haben auch eigene Räumlichkeiten, in denen eine Aufbahrung durchgeführt werden kann. In diesem Fall muss der Tote nicht überführt werden. Bei einer Feuerbestattung ist zudem eine Überführung zum Krematorium nötig. Die letzte Überführung ist die zur Grabstelle, wo der Verstorbene beigesetzt wird.
Überführung ins Ausland
Was muss ich bei einer Überführung ins Ausland beachten?
Überführungen ins Ausland sind zwar etwas aufwändiger, aber dennoch möglich. Sie benötigen dafür einen mehrsprachigen Leichenpass, der vom zuständigen Standesamt des Sterbeortes ausgestellt wird. Zudem müssen Sie einige Vorschriften beachten. So muss zum Beispiel die ordnungsgemäße Einsargung durch einen Bestatter gesichert und gesundheitliche Risiken ausgeschlossen sein. Des Weiteren müssen internationale gesetzliche Bestimmungen und die technischen Bedingungen für den Land-, Luft- oder Seeweg beachtet werden. Bei einer Überführung in das Ausland wird zusätzlich ein Zinksarg eingesetzt, der verlötet wird. Außerdem muss eventueller Druckausgleich geregelt werden, damit kein Unter- oder Überdruck entstehen kann. Eine sogenannte Flugkiste sorgt zusätzlich dafür, dass der Sarg nicht gleich als solcher erkannt wird.
Überregionale Überführungen
Kann eine Überführung über Bundesländergrenzen hinweg durchgeführt werden?
Seit einigen Jahren sind diverse Bestattungsunternehmen vermehrt nicht nur regional, sondern zusätzlich überregional tätig. Dabei sind auch Überführungen über mehrere hundert Kilometer kein Hindernis mehr. Dies gilt sowohl für Sargbestattungen als auch für Urnenbestattungen. Ein gut ausgestatteter Fuhrpark, zusätzliche Filialen, Transporter und Mitarbeiter machen es den Bestattern möglich, auch über weite Strecken Überführungen und Bestattungen zu organisieren. Teilweise kooperieren die Unternehmen auch, um den Wünschen des Verstorbenen oder Ihren als Angehörigen entsprechen zu können.
Autor: Annika Wenzel - Bildquelle: Titelbild: © Hoetink, Fotolia.com; Grafik: © Bestattungen.de
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