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Totenschein

Totenschein

Themenübersicht


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Definition


Was ist ein Totenschein?

Mit dem Totenschein (auch Todesbescheinigung oder Leichenschauschein) wird die Leichenschau durch einen Arzt dokumentiert und der Tod der untersuchten Person vom Arzt bescheinigt. Ärzte sind gesetzlich zur Leichenschau verpflichtet. Tritt der Todesfall zu Hause ein, müssen Sie umgehend einen Arzt verständigen. Der Arzt führt vor Ort die Leichenschau durch und stellt die Todesbescheinigung mit wichtigen Untersuchungsergebnissen, u.a. zur Todesart, zum Todeszeitpunkt und zur Todesursache aus. Bei Totgeburten wird ein Totenschein ab einem Körpergewicht von 500g ausgestellt.
Der Totenschein wird für die Ausstellung der Sterbeurkunde benötigt. Das Aussehen des Totenscheins ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Der Arzt muss zur Dokumentation der Leichenschau ein von der zuständigen Behörde (i.d.R. vom Landesministerium) ausgestelltes Muster verwenden.

Kosten des Totenscheins


Welche Gebühren fallen für einen Totenschein an?

Die zur Deckung der Bestattungskosten verpflichtete Person muss für den Totenschein zahlen. Meist legt der Bestatter das Geld bei der Abholung des Verstorbenen aus. Die Höhe der Kosten ist in der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ, Stand: 01.01.2002) geregelt. Der Kostenpunkt für die Hauptleistung des Arztes - die Feststellung des Todes und die Ausstellung des Totenscheins (Ziffer 100 der GOÄ) - beläuft sich auf 14,57 Euro. Dieser Wert kann aber aufgrund der Schwierigkeit und Zeitintensität der Untersuchung nach Ermessen des Arztes steigen. Ohne Begründung kann der Arzt das 2,3-Fache der festgelegten Kosten, d.h. 33,51 Euro und mit Begründung das 3,5-Fache in Höhe von 51,- Euro in Rechnung stellen.

Zusätzlich kommt in der Regel ein Wegegeld (Paragraph 8 der GOÄ) hinzu, das nach der Entfernung und der Tageszeit gestaffelt ist. Liegen zwischen dem Arzt und dem Verstorbenen bis zu zwei Kilometer werden 3,58 Euro (nachts: 7,16 Euro) berechnet. Bei mehr als zwei Kilometern bis zu fünf Kilometern gelten Kosten von 6,65 Euro (nachts: 10,23 Euro). Bei mehr als fünf Kilometern bis zu zehn Kilometern muss man 10,23 Euro (nachts: 15,34 Euro) Wegegeld bezahlen. Mehr als zehn Kilometer bis zu 25 Kilometer kosten 15,34 Euro (nachts 25,56 Euro).

Die folgende Grafik zeigt Ihnen die wichtigsten Informationen zum Wegegeld im Überblick:

Entfernung
(in km)
Kosten tagsüber
(in Euro)
Kosten nachts
(in Euro)
bis zu 2 3,58 7,16
> 2 - 5 6,65 10,23
> 5 - 10 10,23 15,34
> 10 - 25 15,34 25,56

Quelle: Paragraph 8 der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ)



Die sogenannte Besuchsgebühr (Ziffer 50 der Gebührenordnung für Ärzte) für Beratungsleistungen und symptombezogene Untersuchungen darf grundsätzlich nicht abgerechnet werden, da diese Leistungen nur für einen lebenden Patienten gelten. Die Besuchsgebühr darf nur in Rechnung gestellt werden, wenn der Arzt bei seinem Eintreffen davon ausgegangen ist, dass der Patient noch lebt und ärztliche Hilfe benötigt.

Nicht vertraulicher Teil des Totenscheins


Was beinhaltet der nicht vertrauliche Teil?

Grundsätzlich besteht der Totenschein aus einem vertraulichen und einem nicht vertraulichen Teil. Der Totenschein wird in mehreren Durchschlägen erstellt.
Der nicht vertrauliche Teil beinhaltet die Personalangaben des Verstorbenen, Ort- und Zeitpunkt des Todes, mögliche Warnhinweise (Herzschrittmacher, Infektionsgefahr etc.), Informationen zur Identifikation des Verstorbenen, die Todesart (natürlich, nicht natürlich, ungeklärt) sowie Angaben zum untersuchenden Arzt und Ort und Zeitpunkt der Leichenschau.

Wichtige Inhalte des nicht vertraulichen Teils:

Vertraulicher Teil des Totenscheins


Was beinhaltet der vertrauliche Teil?

Der vertrauliche Teil beinhaltet ebenfalls die persönlichen Angaben zum Verstorbenen. Ferner werden die sicheren Zeichen des Todes beschrieben sowie nähere Informationen zur Todesart und zur Todesursache gegeben. Bestehen Zweifel oder Beweise für einen nicht natürlichen Tod, z.B. wenn Fremdeinwirkungen zu erkennen sind, die auf einen Mord hinweisen, wird dies im Detail dokumentiert. Zudem muss der Arzt dann die Leichenschau unterbrechen und sofort die Polizei verständigen.

Wichtige Inhalte des vertraulichen Teils:

Empfänger des Totenscheins


Wer erhält die Todesbescheinigung?

Die Angehörigen bzw. der beauftragte Bestatter erhalten den Totenschein vom Arzt, der die Leichenschau durchgeführt hat. Die Todesbescheinigung wird dann an verschiedene Institutionen weitergeleitet. Welche Behörden den vertraulichen Teil der Todesbescheinigung erhalten, hängt von Bundesland zu Bundesland ab. Nähere Informationen finden Sie in den jeweiligen Bestattungsgesetzen des Landes.
Wenn eine Feuerbestattung gewünscht ist, bildet der Totenschein in der Regel die Basis für eine zweite Leichenschau. Das Standesamt benötigt in jedem Fall den Totenschein, um den Todesfall zu beurkunden. Die Todesbescheinigung stellt somit die juristische Grundlage für die Erstellung der Sterbeurkunde dar. Ferner wird der Totenschein bzw. die jeweils relevanten Teile an das Gesundheitsamt und an das statistische Landesamt geschickt. Die Informationen auf der Todesbescheinigung dienen den Behörden für statistische Erhebungen. Handelt es sich um einen nicht natürlichen Tod erhält die Gerichtsmedizin den Totenschein für weitere Untersuchungen zur Todesursache.

Weitere Dokumente


Welche Dokumente können die Todesbescheinigung ergänzen?

Zum vertraulichen Teil einer Todesbescheinigung können noch die vorläufige Todesbescheinigung und der Obduktionsschein gehören. Die vorläufige Todesbescheinigung wird ausgestellt, wenn ein Notarzt den Verstorbenen untersucht und erste Ergebnisse dokumentiert. Voraussetzung für die Ausstellung der vorläufigen Bescheinigung ist, dass der Arzt den Verstorbenen nicht vorher behandelt hat. Zudem muss garantiert sein, dass ein anderer Arzt die noch fehlenden Untersuchungen durchführt und entsprechende Angaben ergänzt. Die vorläufige Todesbescheingung wird nicht an das Standesamt weitergeleitet.
Ist eine Obduktion notwendig, wird der Totenschein an den Arzt weitergeleitet, der die Obduktion durchführt. Die Ergebnisse der Untersuchung werden in dem Obduktionsschein dokumentiert. Im Obduktionsschein sind Angaben zur festgestellten Ursache des Todes und eventuelle Krankheiten aufzulisten. Der Arzt leitet den Obduktionsschein dann an das Gesundheitsamt weiter.
Wenn die Leiche in oder durch ein anderes Land überführt werden muss, wird ein sogenannter Leichenpass ausgestellt.

Weitere Quellen


Autor: Anja Rohde - Bildquellen: Headerbild © C. Sollmann / Bestattungen.de, Totenschein © Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Anlage 1 der Verordnung über die Todesbescheinigung in der Fassung vom 05.06.2009, Nds. GVBl. S. 230


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