Wir nutzen Cookies auf unserer Internetseite, um Ihnen einen bestmöglichen Service zu ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie hier.
Bekannt aus: RTL ntv Bild.de Die Welt
Mitglied bei: Mitglied bei Erfolgsfaktor Familie

Das könnte Sie auch interessieren:

Nachlass

Nachlass

Themenübersicht


Definition


Was bedeutet der Begriff Nachlass?

Der Begriff Nachlass bezeichnet bei Todesfällen das gesamte aktive und passive Vermögen eines Verstorbenen. Das bedeutet, dass sowohl frei verfügbares Geld als auch Vermögenswerte wie Aktien, Firmenanteile oder andere Kapitaleinlagen zum Nachlass eines Verstorbenen gehören. Der Nachlass geht daraufhin in den Besitz der Erben über.

Anzeige

Nachlass regeln


Wie kann der eigene Nachlass geregelt werden?

Sie können als Erblasser die Verteilung Ihres Nachlasses durch ein Testament oder einen Erbvertrag selbst bestimmen. Wenn Sie keine Dokumente aufsetzen, kommt die gesetzliche Erbfolge zur Anwendung. Sie können frei über Ihren Besitz verfügen und zum Beispiel Teile des Nachlasses an Vereine oder andere Organisationen spenden. Die gesetzlichen Erben bekommen jedoch immer einen Pflichtteil. Wenn keine Angehörigen und damit keinerlei Erben vorhanden sind, geht der Nachlass an den Staat. Dies ist auch der Fall, wenn alle potenziellen Erbnehmer das Erbe ausschlagen.

Im Folgenden sehen Sie exemplarisch ein Mustertestament zur Benennung eines Alleinerben.

Nachlasshaftung und Nachlassverbindlichkeiten


Kann ein Nachlass geprüft und ausgeschlagen werden?

Erben können die Annahme eines Erbes grundsätzlich binnen sechs Wochen nach Kenntnisnahme ausschlagen. Nehmen sie das Erbe hingegen an, akzeptieren sie auch die damit verbundenen Nachlassverbindlichkeiten. Dies kann zum Beispiel bedeuten, dass sie im Rahmen der Nachlasshaftung Schulden, die der Verstorbene zu Lebzeiten gemacht hat, begleichen müssen. Hierbei muss beachtet werden, dass die Nachlassverbindlichkeiten Forderungen Dritter gegenüber dem Erben, nicht gegenüber dem Nachlass, darstellen. Das heißt, dass der Erbe unter Umständen Forderungen begleichen muss, die nicht über die Summe des Nachlasses abgedeckt werden.
Wenn die Erben bei Antritt der Erbschaft nicht wissen, ob der Nachlass überschuldet ist, können Sie beim Nachlassgericht eine Nachlasspflegschaft beantragen. Der bestellte Nachlasspfleger übernimmt dann die Befriedung der Nachlassgläubiger. Gleichzeitig bewirkt die Bestellung des Nachlasspflegers eine Trennung des Eigenvermögens der Erben vom Nachlass, sodass eine persönliche Haftung der Erben verhindert wird.

Nachlass und Erbe


Was ist der Unterschied zwischen Nachlass und Erbe?

Im Kontext eines Sterbefalls bezeichnen sowohl der Nachlass als auch die Erbschaft das Eigentum und den Besitz des Verstorbenen, welches auf die Erben übergeht. Ist dem zuständigen Nachlassgericht nach einem Todesfall kein Erbe bekannt, wird durch das Nachlassgericht ein Nachlasspfleger bestellt. Der Nachlasspfleger ist unter anderem dafür zuständig, anfallende Kosten, beispielsweise für die Beerdigung, zu begleichen, den Kontakt mit Nachlassgläubigern aufzunehmen und eventuelle Erben ausfindig zu machen.

Aufgaben eines Nachlassgerichts


Wofür ist ein Nachlassgericht zuständig?

Im Todesfall ist das Nachlassgericht für die weitere Abwicklung der Nachlassangelegenheiten zuständig, in dessen Bezirk der Verstorbene zuletzt gemeldet war. Solange keine Erben feststehen, übernimmt das Nachlassgericht die Nachlasspflegschaft. Die weiteren Aufgaben des Nachlassgerichts umfassen die Verwahrung von Testamenten, die Testamentseröffnung und Unterrichtung der Erben sowie die Ausstellung von Erbscheinen, in denen die Erbfolge festgelegt ist. Auch, wenn ein Erbe ausgeschlagen werden soll, muss dies beim Nachlassgericht beantragt werden.

Nachlass für Bestattungskosten


Muss der Nachlass für die Bestattungskosten verwendet werden?

Das Gesetz sieht vor, dass bei einem Todesfall die Erben die Bestattungskosten tragen müssen. Diese werden in der Regel den Nachlass oder Teile von diesen für die Finanzierung der Bestattung verwenden. Sie müssen als Erbe aber auch zahlen, wenn der Nachlass die Kosten nicht deckt. Die kostentragungspflichtige Person muss also mit dem eigenen Vermögen die Bestattungskosten tragen. Dies ist unter Umständen auch der Fall, wenn Sie das Erbe ausschlagen. Kann der Erbe die Kosten nicht tragen, ist ein Antrag auf eine Sozialbestattung möglich.

Weitere Bedeutung


Welche weitere Bedeutung hat der Begriff Nachlass?

Der Begriff Nachlass hat mehrere Bedeutungen. Wie oben erläutert bezeichnet man damit in der Regel alle Besitztümer eines Verstorbenen. Häufig wird aber auch das gesamte überlieferte Werk eines verstorbenen Künstlers, beispielsweise eines Malers oder Schriftstellers, als Nachlass bezeichnet.

Bitte beachten Sie, dass Ihnen die vorstehenden Ausführungen lediglich einen ersten Überblick zum Thema Nachlass bieten sollen und keine juristische Beratung ersetzen.

Autor: Anja Rohde - Bildquelle: © Gina Sanders / Fotolia.com, Muster: © Bestattungen.de


Bewertung dieser Seite: 4.6 von 5 Punkten. (17 Bewertungen)
Finden Sie diese Seite hilfreich? Geben auch Sie mit einem Klick auf die Sterne Ihre Bewertung ab.
(1 Stern: Wenig hilfreich, 5 Sterne: Sehr hilfreich)