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Erdbestattung

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Erdbestattung


Was ist eine Erdbestattung?

Der Begriff Erdbestattung bezeichnet die Beisetzung eines Verstorbenen in einem Sarg im Erdreich. Im Gegensatz dazu findet bei einer Feuerbestattung zunächst eine Kremation statt, im Anschluss wird die Asche beigesetzt. In Deutschland sind Erdbestattungen nur auf einem Friedhof möglich. Der Sarg besteht meist aus Holz, in jedem Fall aber aus einem zersetzbaren Material. Vor der Beisetzung findet oft eine Trauerfeier statt.

Bestattungskosten


Was kostet eine Erdbestattung?

Die Kosten einer Erdbestattung setzen sich aus drei Faktoren zusammen: dem Bestattungsunternehmen, dem Friedhof und dem Grabstein. Bestatterleistungen wie Überführungen und Versorgung des Verstorbenen, Organisation der Trauerfeier und Sarg fallen bei allen Bestattungen an. Friedhofsgebühren werden für Bereitstellung und die Nutzung des Grabes erhoben. Einige Zeit nach der eigentlichen Beisetzung wird der Grabstein von einem Steinmetz gefertigt und aufgestellt. Erdbestattungen sind tendenziell teurer als Feuerbestattungen. Grund hierfür sind höhere Friedhofsgebühren für Sarggräber durch eine größere Fläche.
Falls die Angehörigen nicht in der Lage sind die Kosten der Bestattung zu tragen, kann unter Umständen auch eine Sozialbestattung als Erdbestattung durchgeführt werden. Die mögliche Kostenübernahme bei einer Sozialbestattung ist je nach Kommune sehr unterschiedlich gestaltet. Der Wunsch des Verstorbenen nach einer Erdbestattung wird in der Regel berücksichtigt.

In der folgenden Grafik sehen Sie die durchschnittlichen Bestatterkosten je Bundesland. Grundlage sind die von Bestattungen.de vermittelten Beisetzungen im Jahr 2014.

Eigenleistungen von Bestattern auf Bestattungen.de 2014 - durchschnittliche Kosten einer Erdbestattung

Gesetzliche Fristen


Welche Fristen muss ich bei einer Erdbestattung einhalten?

Bei einem Todesfall sind mehrere gesetzliche Fristen einzuhalten. Das Bestattungsgesetz in Deutschland ist jedoch nicht einheitlich, sondern ist Sache der Länder. Die Unterschiede betreffen auch die Fristen bei einer Erdbestattung. In vielen Bundesländern müssen Sie den Verstorbenen innerhalb von 36 Stunden in eine Leichenhalle oder Kühlkammer überführt lassen. Die Beisetzung ist in der Regel frühestens 48 Stunden nach dem Tod gestattet. Es wird jedoch nicht nur eine Mindestzeit angesetzt, sondern auch eine Frist, innerhalb welcher die Beisetzung erfolgen muss. In vielen Bundesländern beträgt diese Frist zwischen vier und acht Tagen. Samstage, Sonntage und Feiertage werden dabei nicht berücksichtigt.

Ablauf einer Erdbestattung


Wie läuft eine Erdbestattung ab?

Nach Eintritt des Todesfalls müssen Sie einen Bestatter mit der Überführung des Verstorbenen beauftragen. Dieser versorgt den Verstorbenen und bereitet die Beisetzung in Absprache mit den Angehörigen vor. Wichtigstes Element der Beisetzung ist die Trauerfeier. Diese wird entweder in einer Kirche, in der Friedhofskapelle oder direkt am Grab abgehalten. Im Zentrum steht eine Trauerrede, die von einem Geistlichen oder einem freien Trauerredner gehalten wird. Die Rede dient dem Gedenken an den Verstorbenen. Anschließend begleitet die Trauergemeinde den Sarg zur Grabstätte. Dort senken die Sargträger diesen in das offene Grab. Falls Sie als Angehörige es wünschen, kann nun am Grab kondoliert werden. Oftmals wird aber ausdrücklich darum gebeten, davon abzusehen. Im Anschluss an die Grablege laden die Angehörigen zum sogenannten Leichenschmaus, einem Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.

Grabarten


Welche Grabarten sind möglich?

Sie haben die Möglichkeit, zwischen Wahlgrab und Reihengrab zu wählen. Bei einem Wahlgrab haben die Angehörigen die Möglichkeit, Lage und Größe des Grabs zu wählen und das Nutzungsrecht für dieses zu verlängern. Zudem können in einem mehrstelligen Grab zusätzliche Urnen oder Särge beigesetzt werden. Bei einem Reihengrab haben die Angehörigen diese Möglichkeiten zwar nicht, dafür sind die Kosten für die Grabstelle günstiger als für ein Wahlgrab. Darüber hinaus bieten einige Friedhöfe bei einer Erdbestattung auch eine Gruft an, eine gemauerte Grabstätte. Je nach Grab variieren die Kosten zum Teil erheblich. Anonyme Erdbestattungen sind in Deutschland ebenfalls möglich, wenn auch weniger üblich.

Bestattungsorte


Wo sind Erdbestattungen möglich?

In Deutschland ist die Erdbestattung durch zahlreiche Gesetze geregelt. So besteht zum Beispiel der so genannte Friedhofszwang. Das bedeutet, dass jede Erdbestattung auf einem Friedhof erfolgen muss. Außerdem ist die Verwendung eines Sarges zur Bestattung des Leichnams vorgeschrieben. Lokal abweichend sind die Mindestruhezeiten geregelt. Je nach Bodenbeschaffenheit wird eine bestimmte Ruhezeit festgelegt, in der das Grab nicht beseitigt werden darf. Grund hierfür ist die Sicherstellung des vollständigen Verwesungsprozesses des Verstorbenen.

Geschichte


Wie verlief die Entwicklung der Erdbestattung?

Die Erdbestattung, auch Inhumation oder Beerdigung genannt, ist neben der Feuerbestattung eine der häufigsten Bestattungsformen in Deutschland. Zudem ist die Erdbestattung die älteste bekannte Bestattungsart. In der Antike sind Feuerbestattungen in vielen Religionen vorherrschend, die Erdbestattung wird seltener praktiziert. Dies ändert sich mit dem Aufkommen des Christentums. Der Glaube an eine leibliche Auferstehung verbietet eine Einäscherung des Verstorbenen. Bis in die Neuzeit hinein wurde die Erdbestattung von der Kirche als einzige glaubenskonforme Bestattungsart angesehen. Heutzutage sind auch Feuerbestattungen für Christen möglich. In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat sich der Anteil an Erdbestattungen in Deutschland immer weiter verringert. Momentan sind ungefähr 45 Prozent der durchgeführten Bestattungen in Deutschland Erdbestattungen.

Autor: Annika Wenzel - Bildquelle: © C. Sollmann


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