Der Begriff Hospiz kommt vom lateinischen Wort „hospitium“ für Herberge und bezeichnet eine Einrichtung, in der Sterbebegleitung praktiziert wird. Hospize sind häufig relativ kleine stationäre Einrichtungen, es gibt aber auch Palliativstationen in Krankenhäusern sowie eine Vielzahl ambulanter Hospizdienste. Mit Hospiz werden jedoch nicht nur Einrichtungen bezeichnet, sondern auch ein Behandlungskonzept. Dieses palliative, sprich: „lindernde“ Behandlungskonzept wird in Fällen angewandt, bei denen eine heilende Behandlung nicht mehr möglich ist.
Hospize und palliative Medizin
Die in Hospizen praktizierte palliative Medizin hat, anders als die kurative Medizin, nicht Prophylaxe oder die Genesung des Patienten als primäres Ziel, sondern eine Minderung der bestehenden Leiden und eine Verbesserung der Lebensqualität. Viele unheilbar kranke Menschen oder ältere Pflegebedürftige erhalten lebensverlängernde Behandlungen, die häufig mit langwierigen Krankenhausaufenthalten und kräftezehrenden Therapien verbunden sind. Immer mehr schwerstkranke Menschen wünschen sich jedoch keine durch solche Behandlungen erlangte kurzfristige Verlängerung ihres Lebens, sondern eine Chance, die ihnen verbleibende Zeit möglichst schmerzfrei und nach ihren Wünschen gestaltet zu verbringen. Deutsche Hospize betreiben aber keine Sterbehilfe, also keine absichtliche Herbeiführung des Todes.
Kostenlos Bestatter vergleichen
Geschichte des Hospiz
Die Geschichte des Hospiz als expliziter Ort der Sterbebegleitung reicht zurück in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1842 wurde in Lyon erstmals eine Einrichtung gegründet, die sich der Pflege Sterbender verschrieb. Die moderne Hospiz- und Palliativbewegung lässt sich auf die 1960er Jahre datieren; zu dieser Zeit gründete Cicely Saunders in London das St. Christopher’s Hospice, in dem heute jährlich etwa 2.000 Patienten betreut werden. Sterbeforscher wie Elisabeth Kübler-Ross haben seitdem erheblich zur Verbreitung der grundlegenden Idee des Hospizes beigetragen.
Hospize in Deutschland
In Deutschland entstand das erste Hospiz 1986 in Aachen. Weitere Hospize folgten, ebenso wie zahlreiche Bürgerinitiativen und ehrenamtlichen Vereine, die die Verbreitung der Sterbebegleitung maßgeblich beeinflussten. In Deutschland gibt es heute mehrere hundert Hospize und Palliativstationen sowie zahlreiche ambulante Hospizdienste. Die Finanzierung der Hospize in Deutschland erfolgt zu einem großen Teil durch die Krankenkassen. Seit 2009 tragen diese 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten. Neben Erwachsenenhospizen gibt es auch Hospize für schwerstkranke Kinder, in denen Eltern ein Teil der Pflegearbeit abgenommen wird.
Weitere Themen, die Sie interessieren könnten:
Bildquelle: © Rainer Sturm / pixelio.de
(1 Stern: Wenig hilfreich, 5 Sterne: Sehr hilfreich)