Die Baumbestattung ist eine relativ neue Bestattungsform, die meist außerhalb traditioneller Friedhöfe durchgeführt wird. Eine Baumbestattung, auch Naturbestattung genannt, setzt eine Einäscherung des Verstorbenen voraus. Die Asche wird am Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Dazu wird eine spezielle Urne verwendet, die von der Natur rasch abgebaut wird. Der Baum kann bereits zu Lebzeiten ausgewählt werden. Es ist zudem möglich, Bäume als Familiengrabstätten zu nutzen. Je nach Anbieter können bis zu 12 Personen an einem Baum bestattet werden.
Ablauf einer Baumbestattung
Der Ablauf einer Baumbestattung ähnelt der Feuerbestattung. Der Verstorbene wird in das Krematorium überführt und nach der zweiten Leichenschau eingeäschert. Die zweite Leichenschau dient der zweifelsfreien Identifizierung des Verstorbenen sowie der Bestätigung der in dem Totenschein eingetragenen Todesursache. Anschließend wird die Urne zu dem gewählten Wald beziehungsweise zu dem gewünschten Friedhof überführt. Bei der Beisetzung in einem RuheForst® oder FriedWald® haben die Angehörigen häufig die Möglichkeit, die Urne selbst zu der Grabstätte zu tragen. Ist das nicht gewünscht, übernimmt der Bestatter oder ein Mitarbeiter des Trägers diese Aufgabe. Eine Trauerfeier ist bei der Baumbestattung ebenfalls möglich. Der Pfarrer oder ein weltlicher Trauerredner halten nach einem persönlichen Gespräch mit den Angehörigen eine Rede in Gedenken an den Verstorbenen. Diese findet in der Regel direkt an der Grabstätte statt. Ebenso wie bei einer Erdbestattung oder einer Urnenbestattung kann im Anschluss zu einem Leichschmaus geladen werden. Dieses Beisammensein bei Kaffee und Kuchen hilft den Hinterbliebenen bei der Trauerverarbeitung und lockert nach den schweren Stunden der Bestattung die Stimmung. Oft entsteht durch Erzählungen und Anekdoten des Verstorbenen eine gewisse Heiterkeit.
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Genehmigung für eine Baumbestattung
Aufgrund gesetzlicher Regelungen müssen Wälder für Baumbestattungen genehmigt werden. In Deutschland gibt es bereits mehrere Dutzend dieser Wälder, zum Beispiel unter den Markennamen RuheForst® oder FriedWald®. Aber auch auf einigen Friedhöfen, sogenannten Waldfriedhöfen, sind Baumbestattungen möglich. Den Wunsch nach einer späteren Baumbestattung sollte man noch zu Lebzeiten in einer Bestattungsverfügung deutlich machen. Die Verfügung kann man selbst verfassen. Sie sollte jedoch von einem Notar beglaubigt werden, damit diese gültig ist. Falls Angehörige über die Verfügung nicht informiert sind, sollte diese an einem Ort hinterlegt sein, an dem sie im Todesfall schnell gefunden werden kann.
Kosten einer Baumbestattung
Die Kosten einer Baumbestattung variieren je nach gewünschter Grabart und Träger. Ein Grab an einer populären Stelle im Wald, beispielsweise an einer Lichtung oder in der Nähe eines Weges ist teurer als ein Baum, der eher abseits steht. Die Kosten beziehen sich auch auf den Umfang beziehungsweise das Alter des Baumes. Vor der Baumbestattung wird der Verstorbene kremiert. Eine Bestattung im Sarg ist nicht möglich. Die Bestattungskosten gliedern sich in die Kosten für den Wald, die Leistungen des Bestatter und die Kremationsgebühren. Die Kosten des Bestatters entsprechen in der Regel den Kosten einer Feuerbestattung. Der Unterschied zu der Urnenbestattung auf einem Friedhof sind die Friedhofsgebühren. Diese fallen bei einer Baumbestattung beispielsweise in einem RuheForst® oder einem FriedWald® nicht an.
Grabarten bei der Baumbestattung
Die Angehörigen haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Grabarten bei einer Baumbestattung. So kann beispielsweise ein Familien- oder Freundschaftsbaum für bis zu zehn Personen gewählt werden. Bei einem sogenannten Gemeinschaftsbaum werden auch Personen unabhängig von Verwandtschaftsgrad oder freundschaftlicher Beziehung gemeinsam beigesetzt. Außerdem kann ein Partnerbaum beispielsweise für Eheleute gewählt werden. Bei dem Anbieter RuheForst® stehen außerdem RuheBiotope® wie Sträucher für bis zu 12 Personen zu Auswahl.
Urne für die Baumbestattung
Für die Baumbestattung wird eine spezielle Bio-Urne verwendet. Die Urnen, die häufig aus Bio-Kunststoff gefertigt werden, sind ökologisch abbaubar und somit eine geringe Belastung für die Umwelt. Der Gedanke dahinter ist die Übergabe der sterblichen Überreste an die Natur. Neben dem auf Maisstärke und Flüssigholz bestehendem Kunststoff kann auch eine Urne aus Holz für die Baumbestattung eingesetzt werden.
Grabpflege bei der Baumbestattung
Eine Gestaltung der Grabstätte ist bei der Baumbestattung nicht möglich. Anders als bei der Erdbestattung oder der Feuerbestattung, bei welcher die Hinterbliebenen Blumen pflanzen und Grabschmuck aufstellen können, werden die Gräber bei der Baumbestattung in der Regel von den Waldbesitzern gepflegt. Die Natürlichkeit des Waldes soll nicht durch das Aufstellen von Grabmalen oder Grabkerzen gestört werden. Die Kennzeichnung der Grabstätten erfolgt üblicherweise durch eine kleine Plakette am Baum.
Alternativen zu einer Baumbestattung
Alternativ zur Baumbestattung gibt es insbesondere in der Schweiz die Möglichkeit die Asche an speziellen Orten wie beispielsweise Almwiesen, Gebirgsbächen, Felsen, oder Waldflächen zu verstreuen. Diese Formen der Bestattung werden entsprechend Almwiesenbestattung, Felsbestattung oder Naturbestattung genannt. In Deutschland sind diese Bestattungsarten durch die gesetzlich festgelegte Friedhofspflicht jedoch nicht gestattet. Aufgrund der möglichen Unterschiede bei den Kosten einer Baumbestattung und anderen Naturbestattungen wie der Seebestattung sollte wenn möglich ein Preisvergleich vorgenommen werden.
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Autor: Annika Wenzel - Bildquelle: © photorack.net
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