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Studie: Außergewöhnliche Bestattungsriten der Welt

Hamburg, 10. September 2013 – In einer riesigen Colaflasche zu Grabe getragen werden, eine mehrtägige Bestattungszeremonie mit dutzenden Tieropfern feiern oder die letzte Reise in den Weltraum antreten – weltweit existieren die skurrilsten Arten Verstorbene beizusetzen. Hier finden Sie weiterführende Informationen zu den zehn außergewöhnlichsten Bestattungsriten.


Jhator - Ort einer tibetischen Himmelsbestattung © Jan Reurink
Jhator - Ort einer tibetischen Himmelsbestattung © Jan Reurink

1. Buddhistische Himmelsbestattung

Die einzigartige Tradition der Himmelsbestattung sieht vor, dass der Verstorbene zunächst von den Bestattern zerteilt und anschließend von Aasgeiern gefressen wird. Dieses für Außenstehende barbarisch anmutende Ritual wurde auch in zentralasiatischen Ländern wie der Mongolei und Indien durchgeführt, ist heute jedoch überwiegend in Tibet üblich. Im Kontext der buddhistischen Lehren sowie der kulturell verankerten Spiritualität in Tibet markiert der Tod den Punkt des Übergangs von diesem ins nächste Leben. Dieser Vorstellung zufolge trennt sich die Seele des Verstorbenen in den Tagen vor der Bestattung durch rituelle Lesungen aus dem Tibetischen Buch der Toten von ihrem Körper und befindet sich dann auf dem Weg zur Reinkarnation.


Ghanaische Särge © Walt Jabsco
Ghanaische Särge © Walt Jabsco

2. Fantasievolle Sargbestattung

Ghanaische Sargbauer geben sich nicht mit einfachen Holzkisten im Einheitslook zufrieden, sondern erschaffen die unterschiedlichsten, bunt lackierten und fantasievoll gestalteten Modelle und Unikate. Der Sarg repräsentiert dabei zumeist einen wichtigen Aspekt aus dem Leben des Verstorbenen, wie beispielsweise den ausgeübten Beruf oder die größte Leidenschaft. So lässt man sich in Ghana in riesigen Fischen, Flugzeugen, Flaschen oder Früchten beerdigen. Ein solcher Sarg kostet für Einheimische umgerechnet mindestens 400,- US-Dollar, was ungefähr dem durchschnittlichen Jahreseinkommen in Ghana entspricht.


Büffel bei einer Bestattungszeremonie der Toraja © Roberto Rocha, Bianca M. Saia
Büffel bei einer Bestattungszeremonie der Toraja © Roberto Rocha, Bianca M. Saia

3. Begräbniszeremonie der Toraja

Für viele Touristen stellt die Teilnahme an der ungewöhnlichen Begräbniszeremonie der Toraja auf der indonesischen Insel Sulawesi einen Höhepunkt ihrer Reise dar. Während die Angehörigen oft über Jahre hinweg das Geld für die kostspielige Feierlichkeit sammeln, wird die einbalsamierte Leiche des Verstorbenen im Haus aufbewahrt. Daraufhin wird die Beerdigung von den Toraja als ein mehrtägiges Fest zelebriert. Dabei werden dutzende Wasserbüffel und Schweine geschlachtet. Ihre letzte Ruhestätte finden die Stammesmitglieder schließlich in Gräbern, die an Felswänden in Stein gehauen wurden.


Manik Karna Kremationsstätte in Varanasi (Banaras), Indien © Eric Parker
Manik Karna Kremationsstätte in Varanasi (Banaras), Indien © Eric Parker

4. Hinduistische Feuerbestattung

Die traditionelle hinduistische Feuerbestattung findet schon seit Jahrtausenden in speziell dafür genutzten Kremationsstätten statt. In Varanasi wurden zahllose Scheiterhaufen direkt am Ufer des heiligen Flusses Ganges errichtet. Jedes Jahr wird die Asche von ca. 100.000 Menschen im Ganges beigesetzt. Der heutzutage enorm verschmutzte Fluss verheißt hinduistischen Glaubensvorstellungen zufolge die Absolution und damit ein Entkommen aus dem beschwerlichen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt. Frauen dürfen die Kremationsstätten nicht betreten.


Umbettung der Ahnen beim Famadihana © Hery Zo Rakotondramanana
Umbettung der Ahnen beim Famadihana © Hery Zo Rakotondramanana

5. Famadihana-Umbettung

Die Famadihana ist das wichtigste Ritual im madagaskarschen Ahnenkult und findet erst Jahre nach dem eigentlichen Begräbnis statt. Die Leichen werden aus ihren Gräbern gehoben und die komplette Dorfgemeinde tanzt mit den Toten, um die Verbindung zu den Vorfahren zu stärken und ihnen Respekt zu zollen. So werden die alten Leichentücher durch neue Seidentücher ersetzt. Für die Familienclans ist die Famadihana ein Tag der Freude, der mit Livemusik und Festessen gefeiert werden muss.


Die Hängenden Särge von Bo © Matt Ferrin
Die Hängenden Särge von Bo © Matt Ferrin

6. Bestattung in hängenden Särgen

Die hängenden Särge von Bo stellen eine besondere Begräbnisart dar, welche einst im Südwesten der chinesischen Provinz Sichuan durchgeführt wurde. Das Volk der Bo, das um 1600 unter mysteriösen Umständen verschwand, hat seine Toten nicht begraben, sondern an Felswänden aufgehängt. Die Särge wurden jeweils aus einem einzigen Baumstamm angefertigt und mit Seilen an den Klippen befestigt. Es wird angenommen, dass dieses Ritual den Weg ins Jenseits erleichtern sollte.


Dani-Stammesmitglieder mit abgetrennten Fingern © Dian Karlina
Dani-Stammesmitglieder mit abgetrennten Fingern © Dian Karlina

7. Klassische Bestattung der Dani

Begräbnisse gehören für das indigene Volk der Dani, das in West-Papua, Neu Guinea ansässig ist, zu den wichtigsten Riten. Einen besonders grausamen Aspekt der Trauerphase stellten die Fingeramputationen dar, welche bei verwandten Frauen und Kindern des Verstorbenen durchgeführt wurden. Der abgetrennte Finger sollte die Geister besänftigen und der physische Schmerz diente als Ausdruck des Leidens. Heute ist diese kulturelle Praxis weitestgehend verboten.


Altar bei einer buddhistischen Beerdigung in Japan © Katorisi
Altar bei einer buddhistischen Beerdigung in Japan © Katorisi

8. Traditionelle Totenwache

Die japanischen Beerdigungsriten beziehen sich hauptsächlich auf buddhistische Traditionen. Sie besitzen jedoch auch konfuzianische, christliche und Shinto-Elemente. Bei der traditionellen Totenwache wird der Verstorbene in einen weißen Kimono gekleidet und mit weißen Tüchern bedeckt. Es gibt einen Altar, an dem von den Besuchern Geldgeschenke zur Finanzierung der Beisetzung gemacht werden. Diese sind auch nötig, denn eine durchschnittliche Beerdigung kostet in Japan umgerechnet ca. 17.000,- Euro.


Old Trafford Fußballstadion in Manchester, England © André Zahn
Old Trafford Fußballstadion in Manchester, England © André Zahn

9. Fußballbestattung

Verbundenheit mit dem Verein ist für eine steigende Zahl von Fußballfans auch über den Tod hinaus wichtig. Insbesondere mit einem professionellen Bestattungsservice und aufwändigen Dekorationen wollen eingefleischte Fans ihre Liebe zum Club mit ins Grab nehmen. Weltweit werden 2013 knapp 25.000 Fanbestattungen erwartet. Namhafte Vereine wie Manchester United bieten unterschiedliche Möglichkeiten für die Fanbestattung an. Anders als in Deutschland kann in England die Asche des Verstorbenen auch auf dem „Heiligen Rasen“ im Stadion verstreut oder hinter der Torlinie beigesetzt werden.


Start einer Ares-Rakete © NASA, Jack Phaller
Start einer Ares-Rakete © NASA, Jack Phaller

10. Weltraumbestattung

Nach der Feuerbestattung wollen einige Bürger ihre Asche in Minikapseln füllen und mithilfe von Raketen ins Weltall befördern lassen. Die Kosten für diese extravagante Bestattungsform variieren zwischen 8.000,- und 25.000,- Euro. Die US-amerikanische Firma Celestis bietet diese „Memorial Spaceflights“ an und hat schon knapp 1.000 Menschen auf diese Weise bestattet. Auch Prominente wie „Star Trek“-Schöpfer Gene Roddenberry und „Scotty“-Darsteller James Doohan führte ihre letzte Reise ins All.


Pressekontakt: Anja Rohde - (040) 609 409 23 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zur Pressemitteilung: Von heiter bis blutig: Die zehn außergewöhnlichsten Bestattungsriten

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