Vor ungefähr 20 Jahren war die Erdbestattung mit einem Sarg in einem Wahlgrab die dominante Bestattungsform. Heute fällt die Wahl bei einem Todesfall oft auf eine alternative Bestattungsform.

Dieser Wandel hat jedoch Folgen für Friedhöfe und Dienstleister wie Steinmetze und Friedhofsgärtnereien.

Wandel der Bestattungskultur

Noch vor 100 Jahren war die Erdbestattung die meistgewählte Bestattungart in Deutschland. Zu einer Beerdigung sprach traditionell ein Pfarrer tröstende Worte und das Grab erhielt ein von einem Steinmetz gefertigtes Grabmal. Heute haben sich die gesellschaftlichen Strukturen gewandelt. Besonders der Wegfall des gesetzlichen Sterbegeldes und das niedrige Einkommen haben den Fokus für viele Menschen auf den finanziellen Aspekt einer Bestattung gelenkt. Dies hat zur Folge, dass immer öfter auf günstige Bestattungsarten, wie Urnenbeisetzungen, zurückgegriffen wird. Ein weiterer Grund für die Wahl neuer Bestattungsformen, ist die sinkende Bedeutung der Religion im Alltag der Deutschen. Erdbestattungen wurden lange Zeit von der christlichen Kirche präferiert. Heute leben in Deutschland jedoch immer mehr Atheisten.

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Die Wahl der Bestattungsarten

Die Wahl fällt daher oft auf alternative Bestattungsarten. Besonders Naturbestattungen sind im Trend. Zu den Naturbestattungen zählt etwa die Baumbestattung, bei der die Urne mit der Asche eines Verstorbenen im Wurzelwerk eines Baumes beigesetzt wird. Seebestattungen gehören ebenso zu den Naturbestattungen. In der Regel sind die Bestattungskosten dieser Bestattungsarten geringer als bei einer Erdbestattung. Dies liegt unter anderem daran, dass kein Grab auf einem Friedhof erworben werden muss.

Probleme für Friedhöfe und Bestattungsdienstleister

Durch den Wandel in der Bestattungskultur sind vor allem Friedhöfe, Steinmetze und Friedhofsgärtnereien beeinträchtigt. Durch den Trend zur Feuerbestattung fallen die Grabstätten auf Friedhöfen flächenmäßig deutlich kleiner aus. Dies führt dazu, dass eine größere Fläche des Friedhofsgeländes ungenutzt bleibt. Dies führt nicht nur zu weniger Einnahmen, sondern auch zu höheren Kosten. Diese entstehen, da die ungenutzte Fläche vom Friedhof gepflegt werden muss. Durch die kleineren Grabflächen ist auch für Friedhofsgärtnereien weniger Arbeit zu verrichten. Zusätzlich sind die Ruhezeiten für Urnengräber in der Regel kürzer. Dadurch fehlt die Absicherung der Friedhofsgärtner für langjährige Aufträge zur Grabpflege. Auch Steinmetze müssen sich auf die neuen Bestattungstrends einstellen, da mit dem Anstieg an Naturbestattungen immer weniger Grabmale und Grabsteine benötigt werden.

Autor: Anja Rohde – Bildquelle: © Lupo / pixelio.de