
Ein Nachruf wird auch als Nekrolog bezeichnet. Nekrós bedeutet in Altgriechisch „der Tote“, während lógos „das Wort“ oder „die Rede“ bedeutet. Nachrufe sind Gedenkreden. Schon in der Antike waren solche Totenreden bekannt. Sie dienen dazu, das Lebenswerk eines Menschen zu würdigen. Nachrufe werden besonders bei Todesfällen von prominenten Menschen verfasst. Sie sind beispielsweise in Zeitungen abgedruckt oder werden sogar filmisch umgesetzt. Ein Nachruf wird meist von einer Person verfasst, die den Verstorbenen sehr gut kannte.
Geschichte des Nachrufes
Die Geschichte des Nachrufes geht weit zurück. Aus der Antike gibt es bereits schriftliche Überlieferungen, die belegen, dass zu jener Zeit festgelegte Regeln für das Verfassen eines Nachrufes bestanden. Der Grund dafür ist, dass die Leichenreden einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hatten. Sie waren, wie auch Gerichtsreden, ein besonders bedeutendes Mittel der Politik der Antike. Julius Cesar begann seine politische Karriere beispielsweise mit dem Halten einer öffentlichen Leichenrede. Diese Rede wurde für eine Verwandte aus dem Forum Romanum gehalten. Im Mittelalter gab es neben Leichenreden ganze Totenverzeichnisse, auch als Nekrologium bezeichnet. Diese Verzeichnisse wurden in Klöstern und Stiften geführt. Darin wurden Namen der verstorbenen Personen niedergeschrieben, die in den Gebeten bedacht werden sollten.
Verfassen eines Nachrufes
Beim Verfassen eines Nachrufes sollten die wichtigsten Lebensstationen der verstorbenen Person wiedergegeben werden. Der Verfasser sollte versuchen, den Charakter des Verstorbenen so zu beschreiben, dass auch die Menschen, die den Verstorbenen nicht oder nur kaum gekannt haben, dessen Wesen und Charakter nachvollziehen können. Daher ist es wichtig, das der Verfasser den verstorbenen Menschen gut gekannt hat und dessen Lebensweg damit für andere Menschen wiedergeben kann.
Nachruf als Trauerhilfe
Der Nachruf kann eine bedeutende Rolle als Trauerhilfe spielen. Das Verfassen setzt eine intensive Beschäftigung mit dem Leben und dem Tod der Person voraus. Durch das Nachvollziehen der einzelnen Lebensstationen können schöne Erinnerungen aufgefrischt werden, die zeigen, dass der Verstorbene ein erfülltes Leben hatte. Damit fällt es vielen Menschen leichter, den Tod einer geliebten Person zu akzeptieren. Nicht nur für den Verfasser, sondern auch für die Empfänger kann diese Zusammenfassung des Lebensweges, so wie beim Verfassen von Trauerkarten oder Trauerbriefen auch, eine Unterstützung bei der Trauerbewältigung darstellen.
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