Im Allgemeinen bezeichnet man eine gemauerte Grabanlage auf einem Friedhof als Gruft. Diese kann sowohl überirdisch als auch unterirdisch liegen. Gemauerte Grabstätten oder Gruften bieten in der Regel Platz für die Bestattung mehrerer Verstorbener. Deshalb werden sie auch als Sammel- oder Familiengrabstätten bezeichnet. Der Begriff der Familiengruft wurde in früheren Zeiten geprägt, als sich überwiegend adelige Familien in familieneigenen Gruften bestatten ließen. Noch heute existieren viele solcher historischen Gruften.
Unterschiede zwischen Gruft und Krypta
Die Bezeichnung Gruft leitet sich vom Begriff Krypta ab, dem heute allerdings eine separate Bedeutung zukommt. Auch Mausoleen und Grabkapellen sind im weitesten Sinne Gruften, sie unterscheiden sich aber von diesen meist durch ihre Größe und exponierte Aufstellung. Die Entstehung der Gruft als Grabart kann auf den christlichen Brauch zurückgeführt werden, kirchliche Würdenträger oder Heilige in sogenannten Krypten beizusetzen. Anders als eine Krypta, also ein Raum, der sich meist unter dem Altar einer Kirche oder eines Doms befindet, kann eine Gruft sich jedoch überall auf einem Friedhof befinden. Außerdem können Verstorbene in einer Gruft unabhängig von kirchlichen und weltlichen Rängen beigesetzt werden.
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Ruhezeiten für eine Gruft
Auch wenn Gruften nicht zu den weit verbreiteten Grabstätten zählen, ist es dennoch möglich, sich in einer Gruft auf einem Friedhof bestatten zu lassen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Erd- oder Feuerbestattungen muss allerdings die lange Ruhezeit der Verstorbenen beachtet werden. Da die Särge in einer Gruft meistens aus Metall gefertigt sind, findet ein leicht verzögerter Verwesungsprozess statt. Deshalb kann die Ruhezeit des Verstorbenen 40 bis 60 Jahre betragen. Für diesen Zeitraum müssen dann auch entsprechende Gebühren für die Gruft entrichtet werden.
Alternativen zu einer Gruft
Vor allem bei Erdbestattungen und Feuerbestattungen gibt es viele Alternativen zur Beisetzung in einer Gruft. So gibt es unter anderem Wahlgräber, Reihengräber oder anonyme Grabstätten. Bei Feuerbestattungen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, die Urne in einem Kolumbarium beizusetzen. Die Ruhezeiten für diese Grabarten können von Friedhof zu Friedhof variieren. Meist liegt die Ruhezeit zwischen 20 und 30 Jahren.
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