Bei der Kryonik handelt es sich um die Konservierung von Organismen mithilfe von Kälte. Das Verfahren geht zurück auf den Amerikaner Robert Ettinger, der 1976 das Cryonics Institute gründete. Es hat sich bereits in der Kryobiologie beim Einfrieren von Embryonen bewährt. Ziel der Kryonik ist es, den Körper nach dem Tod so lange im Kältezustand zu bewahren, bis Wissenschaft und Technik Methoden entwickelt haben, heute noch unheilbare Krankheiten behandeln zu können - oder sogar Verstorbene selbst wiederzubeleben.
Das Einfrieren des Körpers
Das Verfahren der Kryonik ähnelt einem künstlichen Winterschlaf. Der Körper wird in eine Art Ruhezustand versetzt. Dafür wird er in einem Bad aus minus 196 Grad Celsius kaltem Flüssigstickstoff aufbewahrt. Das Blut im Körper wird durch eine Kälteflüssigkeit ersetzt, um das Bilden von Eiskristallen zu verhindern, die die Zellen zerstören würden. Im Vordergrund der Kryonik steht die schonende Erhaltung des Körpers und nicht das Aufbewahren von Ersatzteilen.
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Die Erforschung der Methode
Der menschliche Körper eines Erwachsenen ist im Vergleich zu einem Embryo noch zu groß, um durch Kryostase in den Tiefschlaf versetzt zu werden. Zurzeit experimentieren Kryoniker mit dem Einfrieren von einzelnen Organen, in erster Linie mit dem Gehirn. Das Gehirn als Sitz der Persönlichkeit gilt für die Kryoniker als besonders erhaltenswert.
Die Entwicklung der Kryonik
Die Kryonik ist derzeit noch sehr umstritten. Vor allem die Methode des Wiederbelebens verursacht ethische Bedenken. Da es bislang keine ausgereiften Techniken gibt, den eingefrorenen Körper wiederzubeleben, hoffen die Kryoniker auf stetige medizinische Fortschritte. Die Erfolgschancen liegen zurzeit zwischen einem und fünf Prozent. Da das Bestattungsgesetz in Deutschland diese Art der Körperaufbewahrung nicht erlaubt, müssen die Körper zur Lagerung in die USA überführt werden. So entstehen durch das Einfrieren, den Transport und die Lagerung hohe Kosten, die die Kryonik nur für wenige Menschen bezahlbar macht.
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Bildquelle: © Kryonik
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