Die Feuerbestattung wird auch Kremation oder Einäscherung genannt. Diese Form der Bestattung war in Mitteleuropa bereits in der Bronzezeit gebräuchlich. Im Gegensatz zu damals wird bei der heutigen Feuerbestattung der Verstorbene zunächst in einen Sarg gebettet und anschließend in einem Krematorium eingeäschert. Die zurückbleibende Asche wird zur weiteren Bestattung in eine Aschekapsel gefüllt, die häufig in einer Schmuckurne beigesetzt wird. Urnen müssen in Deutschland beigesetzt werden und dürfen nicht zuhause aufbewahrt werden.
Vor der Feuerbestattung
Bevor eine Feuerbestattung durchgeführt werden kann, müssen die Angehörigen des Verstorbenen bestätigen, dass die Verbrennung der ausdrückliche Wille des Verstorbenen war. Um jegliche Zweifel zu vermeiden, empfiehlt es sich, bereits zu Lebzeiten eine Kremationsverfügung zu verfassen, die den Wunsch nach einer Feuerbestattung bestätigt. Außerdem muss vor jeder Einäscherung eine sogenannte zweite Leichenschau stattfinden, um zu überprüfen, ob der Verstorbene eines natürlichen Todes gestorben ist.
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Die Einäscherung
Oftmals stellt sich den Angehörigen die Frage, warum ein Sarg notwendig ist, obwohl der Leichnam eingeäschert wird. Der Grund für die in Deutschland geltende Regel, die die Einsargung vor der Einäscherung vorsieht, liegt in der besseren Brennbarkeit sowie in Aspekten der Pietät. Da der menschliche Körper zu über 70 Prozent aus Wasser besteht, benötigt man für die Verbrennung zusätzliches Brennmaterial, welches hilft, den Energieaufwand für die Kremation gering zu halten. Die Einäscherung selbst dauert, abhängig vom Körpergewicht, etwa 90 Minuten und erfolgt bei einer Temperatur von anfänglich 900 Grad Celcius, welche schließlich auf 1.200 Grad Celcius gesteigert wird, um alle brennbaren Bestandteile zu veraschen. Die Asche wird anschließend in eine sogenannte Aschekapsel gefüllt. Diese wird bei einer anonymen Beisetzung beispielsweise ohne weitere Hülle bestattet. Falls eine Trauerfeier oder Beisetzung im Kreis der Angehörigen gewünscht ist, wird die Aschekapsel in der Regel in eine Schmuck- oder Überurne eingefasst, die optisch einen schönen Eindruck macht.
Orte für die Feuerbestattung
Die Beisetzung wird in den meisten Fällen auf einem Friedhof vorgenommen, wo es verschiedene Möglichkeiten gibt, die Urne beizusetzen. Neben der häufig gewählten Möglichkeit eines Erdgrabs kann die Asche des Verstorbenen zum Beispiel auch in einem Kolumbarium beigesetzt werden. Ein Kolumbarium ist eine Urnenwand mit verschiedenen Urnenkammern, in denen bis zu zwei Urnen Platz finden können. Die Kammern werden im Regelfall mit Steinplatten verschlossen, auf denen die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen stehen. Auch die Beisetzung in Urnenstelen ist mancherorts möglich. Eine Urnenstele ist eine meist mannshohe Säule aus Stein oder Beton, in der Urnen wie im Kolumbarium in der Regel in mehreren Kammern beigesetzt werden. Auch hier wird die Urnenkammer mit einer Platte verschlossen.
Abwandlungen der Feuerbestattung
Seit einigen Jahren steigt die Anzahl möglicher Varianten der Feuerbestattung. So kann die Asche des Verstorbenen beispielsweise auf hoher See, im Wurzelbereich eines Baumes oder auf einer Almwiese beigesetzt werden. Diese Arten der Urnenbeisetzung nennt man Seebestattung, Baumbestattung oder allgemeiner Naturbestattung. Aber auch eine Weltraumbestattung oder eine Nachthimmelbestattung sind möglich. Bei der Weltraumbestattung wird ein Teil der Asche mehrerer Verstorbener, der sich jeweils in einer Miniurne befindet, an Bord einer Rakete in den Orbit geschossen; danach verglüht die Rakete mit Inhalt in der Atmosphäre. Bei der Nachthimmelbestattung wird die Asche in eine Feuerwerksrakete gefüllt und abgefeuert. Eine weitere Art der Feuerbestattung, für die sich eine steigende Zahl von Menschen interessiert, ist die Diamantbestattung. Hierbei wird ein Teil der Asche zu einem Diamanten gepresst. Dieser kann dann als persönliches Erinnerungsstück aufbewahrt werden. Der Rest der Asche wird im Anschluss wie gehabt auf einem Friedhof beigesetzt.
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