Bei einer anonymen Feuerbestattung wird der Verstorbene zunächst in einem Krematorium eingeäschert. Anschließend wird er in einem anonymen Urnengrab auf einem Friedhof beigesetzt. Um die Kosten zu senken, kann von manchen Bestattungsunternehmen auch die Beisetzung auf einer speziell dafür angelegten Fläche direkt am Krematorium veranlasst werden. Die Beisetzung erfolgt in den meisten Fällen ohne die Angehörigen. Ausnahmen sind nur selten möglich. Daher ist eine anonyme Feuerbestattung häufig auch als stille Beisetzung bekannt.
Ablauf einer anonymen Feuerbestattung
Nach dem Eintreten eines Sterbefalls kommt eine Reihe an Aufgaben auf die Hinterbliebenen zu. Ist der Todesfall in der eigenen Wohnung eingetreten, muss als erstes ein Arzt benachrichtigt werden, der den Totenschein ausstellt. Diese Aufgabe kann von dem Hausarzt übernommen werden. Im Anschluss muss ein Bestattungsunternehmen ausgewählt werden. Die Frist für die Beauftragung beträgt je nach Bundesland 24 bis 36 Stunden. Eine genaue Prüfung und ein Vergleich mehrerer Bestattungsinstitute sind daher möglich und empfehlenswert. Nachdem ein Bestatter beauftragt wurde, kümmert dieser sich um die Abholung des Verstorbenen. Anschließend wird der Tote hygienisch versorgt und eingesargt. Aufgrund der in Deutschland geltenden Sargpflicht wird auch für die Einäscherung ein Sarg benötigt. Dies ist zum Teil in der Pietät gegenüber dem Verstorbenen begründet. Vor der Kremierung erfolgt eine zweite Leichenschau durch einen Amtsarzt.
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Das anonyme Urnengrab
In der Regel wird bei einer anonymen Feuerbestattung die Asche des Verstorbenen auf einem anonymen Grabfeld beigesetzt. Auf diesem sogenannten Gemeinschaftsgrabfeld, üblicherweise eine Rasenfläche, werden mehrere Urnen beerdigt. Für das anonyme Urnengrab wird nicht zwingend eine Überurne benötigt. Da die Verstorbenen bei einem anonymen Grab nicht namentlich verzeichnet sind, kennen die Hinterbliebenen die genaue Beisetzungsstelle in der Regel nicht. Auf Nachfrage wird der Friedhofsträger das Urnenfeld aber bekannt geben. Die Kosten für ein anonymes Urnengrab sind im Vergleich zu anderen Grabstätten relativ gering, können aber regional variieren. Die Kosten für die Grabpflege werden meist mit der Zahlung der Grabkosten abgegolten.
Grabpflege bei einer anonymen Feuerbestattung
Nicht nur die Kosten, auch die Grabpflege hält sich bei einer anonymen Feuerbestattung in Grenzen. Da eine Grabbepflanzung für eine anonyme Grabstätte nicht vorgesehen ist, werden die notwendigen Pflegearbeiten meist von der Friedhofsgärtnerei übernommen. Zu den üblichen Grabpflegearbeiten zählen etwa Rasen mähen, Hecken schneiden oder die Pflege der Friedhofswege. Daher bietet sich eine anonyme Feuerbestattung für Angehörige an, die nicht die Kraft oder die Zeit haben, das Grab zu pflegen, weil sie beispielsweise weit entfernt wohnen.
Trauerfeier bei einer anonymen Feuerbestattung
Eine Trauerfeier im Familien- und Freundeskreis hilft vielen Angehörigen, ihre Trauer zu bewältigen. Da die anonyme Feuerbestattung ohne Angehörige stattfindet, ist normalerweise keine Trauerfeier in der Friedhofskapelle oder am Grab möglich. Es bietet sich für Angehörige jedoch an, eine eigene Trauerfeier zu Hause oder in einer Gaststätte durchzuführen. Kosten und Ablauf der Trauerfeier lassen sich gut planen, wenn man im Vorfeld die Anzahl der Trauergäste festlegt. Auch bei einer anonymen Erdbestattung empfiehlt es sich, eine Trauerfeier durchzuführen, um den Verlust besser verarbeiten zu können.
Kosten einer anonymen Feuerbestattung
Die anonyme Feuerbestattung ist die günstigste Bestattungsart. Die Bestattungskosten gliedern sich in Kosten für die Leistungen des Bestattungsunternehmens, das Krematorium und den Friedhof. Zu den Leistungen des Bestatters zählen neben der Überführung und der hygienischen Versorgung auch die Bereitstellung des Sarges und der Urne. Für die Feuerbestattung kann in der Regel ein günstigeres Sargmodell gewählt werden. Sogenannte Verbrennungssärge sind nicht so stabil gebaut wie Särge für die Erdbestattung und daher günstiger. Die Kosten für die Kremierung sowie den Friedhof zählen zu den Fremdleistungen. Der Bestatter geht für diese üblicherweise in Vorleistung. Somit müssen die Angehörigen nur eine Rechnung begleichen und haben mit dem Bestatter eine zentrale Anlaufstelle.
Trauerarbeit
Sollten Personen sich bereits zu Lebzeiten für eine anonyme Bestattung entscheiden, ist ein Gespräch mit der Familie zu empfehlen. Diese sollten sich bewusste sein, dass bei der anonymen Beisetzung ein fester Ort für die Trauer fehlt. Viele Menschen fassen zu Lebzeiten den Entschluss, eine anonyme Beerdigung zu wählen, denken dabei aber nur an den Wegfall der Grabpflege und nicht an das Fehlen einer Grabstätte für die Trauerarbeit. Eine Seebestattung kann ebenfalls zu den anonymen Bestattungen gezählt werden. Die sogenannte stille Seebestattung erfolgt ohne Begleitung der Angehörigen. So ist auch hier die genaue Grabstelle nicht bekannt. Die Reederei vermerkt die genaue Position im Logbuch und ermöglicht der Familie dennoch eine Erinnerungsfahrt.
Halbanonyme Feuerbestattung
Um den Angehörigen einen festen Ort der Trauer zu ermöglichen, können auch halbanonyme Feuerbestattungen durchgeführt werden. Der Unterschied zu der anonymen Feuerbestattung ist, dass die Hinterbliebenen bei dieser Variante bei der Beisetzung anwesend sein dürfen. Dadurch ist die genaue Grabstelle bekannt. Eine genaue Kennzeichnung ist nicht möglich, häufig werden die Namen der Verstorbenen, die auf einem Gemeinschaftsgrabfeld bestattet wurden aber auf einer Gedenktafel vermerkt. Eine individuelle Gestaltung des Grabes ist dennoch nicht gestattet. In der Regel bieten Friedhöfe den Angehörigen eine zentrale Stelle für Blumen oder eine Grabkerze.
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Autor: Annika Wenzel - Bildquelle: © Wilhelmine Wulff / pixelio.de
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